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Kapitel 1

Le premier café

Der erste Kaffee

Léas erster Morgen in der Boulangerie. Sie bestellt einen „großen Kaffee mit Milch“ und lernt, dass „un café“ in Frankreich immer ein kleiner Espresso ist. Dann kommt eine Kundin herein, die nicht „bonjour“ sagt — und Léa erlebt, dass dieses eine Wort wichtiger ist als jede Bestellung. Außerdem: warum derselbe Kaffee drei verschiedene Preise hat. Achte auf das wichtigste Wort des Landes.

Erzähler In diesem Kapitel lernt Léa, wie man in Frankreich einen Kaffee bestellt.

Erzähler Achten Sie auf das wichtigste Wort des Landes: bonjour.

Erzähler Sieben Uhr morgens. Die Bäckerei riecht nach warmen Croissants. Zwei Männer stehen schon an der Theke.

Camille Bonjour, Léa! Gut geschlafen?

Léa Ja, danke. Ich habe von Brot geträumt.

Camille Das ist normal hier. Willst du einen Kaffee?

Léa Ja, einen großen Kaffee mit viel Milch, bitte.

Camille Einen großen Kaffee mit Milch? Das ist ein café crème.

Léa Und wenn ich nur un café sage?

Camille Dann bekommst du einen Espresso. Klein, schwarz, stark.

Léa In Deutschland ist ein Kaffee eine große Tasse.

Camille Hier ist ein café immer klein. Und ein Espresso mit einem Tropfen Milch heißt noisette.

Léa Noisette? Wie die Haselnuss?

Camille Wegen der Farbe. Braun wie eine Haselnuss.

Erzähler Die Tür geht auf. Eine Frau kommt herein und geht direkt zur Theke, ohne etwas zu sagen.

Kundin Ein Baguette.

Erzähler Marc schaut sie lange an. Er bewegt sich nicht.

Marc Guten Tag, Madame.

Kundin Oh. Guten Tag. Ein Baguette, bitte.

Marc Sehr gerne. Ein Euro zehn.

Erzähler Die Frau zahlt und geht. Léa sieht Camille fragend an.

Léa Was war das eben?

Camille Sie hat nicht bonjour gesagt. Das ist hier sehr unhöflich.

Léa Nur weil sie nicht bonjour gesagt hat?

Camille Ohne bonjour bist du unsichtbar. Oder schlimmer: unhöflich.

Marc Bonjour ist das Zauberwort. Zuerst bonjour, dann alles andere.

Léa Auch im Supermarkt? Im Bus?

Marc Überall. Beim Bäcker, beim Arzt, im Aufzug. Guten Tag, Madame, guten Tag, Monsieur.

Léa Und am Abend?

Marc Ab etwa sechs Uhr sagt man bonsoir.

Erzähler Camille stellt eine große Tasse vor Léa.

Camille Bitte sehr. Dein café crème.

Léa Danke. Was kostet er?

Camille Für dich nichts. Aber für die Gäste hängt es davon ab, wo sie ihn trinken.

Léa Wo sie ihn trinken?

Camille Im Stehen an der Theke ist er billiger. Am Tisch teurer. Draußen auf der Terrasse am teuersten.

Léa Derselbe Kaffee, drei Preise?

Marc Derselbe Kaffee. Aber auf der Terrasse zahlst du den Stuhl und die Aussicht.

Léa Und gibt man hier Trinkgeld?

Marc Der Service ist schon im Preis inbegriffen. Das steht auf jeder Rechnung: service compris.

Camille Aber die Leute lassen trotzdem oft ein paar Münzen liegen.

Erzähler Léa trinkt einen Schluck. Dann tunkt sie ein Stück Croissant in die Tasse.

Camille Oh, du tunkst! Sehr französisch.

Léa Darf man das?

Camille Zu Hause und am Morgen, ja. In einem feinen Restaurant lieber nicht.

Erzähler Die Tür geht wieder auf. Ein älterer Herr kommt herein.

Léa Guten Tag, Monsieur!

Herr Guten Tag, Mademoiselle. Einen Kaffee, bitte. Und ein Croissant.

Erzähler Marc lächelt. Er sagt nichts. Aber er nickt Léa zu.

Camille Siehst du? Ein Wort, und alles ist anders.

Erzähler Ende von Kapitel eins.

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