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Kapitel 2

Prénoms et noms

Vornamen und Nachnamen

Léa lernt Paul, den Bäcker, und Camille Martin kennen — Martin ist der häufigste Nachname Frankreichs. Im Team sagt man „tu“, zu den Kunden immer „vous“, und die Regel dazwischen ist einfach: Warte, bis der andere das Du anbietet. Außerdem erfährt Léa, dass man in Frankreich bis 1993 seine Kinder nicht nennen durfte, wie man wollte, und warum ein Richter den Namen „Nutella“ verboten hat. Achte darauf, wann man tu sagt und wann vous.

Erzähler In diesem Kapitel lernt Léa ihre Kollegen kennen.

Erzähler Achten Sie darauf, wann man tu sagt und wann vous.

Erzähler Kurz nach acht. Aus dem Backraum kommt ein junger Mann mit Mehl in den Haaren.

Marc Léa, das ist Paul, unser Bäcker.

Paul Guten Tag. Paul Dubois. Freut mich.

Léa Freut mich auch. Léa Berg.

Paul Berg? Das klingt nicht französisch.

Léa Nein, ich bin Deutsche. Berg heißt montagne.

Paul Und Dubois heißt vom Holz, vom Wald. Mein Urgroßvater war Holzfäller.

Léa Das passt gut.

Camille Und mein Nachname ist Martin. Der häufigste Nachname in Frankreich.

Léa Martin? Wie der Vorname?

Camille Genau. Früher bekam ein Kind oft den Vornamen des Vaters als Nachnamen. Und Martin war ein sehr beliebter Heiliger.

Léa Der heilige Martin mit dem Mantel. Den kennt man in Deutschland auch.

Marc Übrigens, Léa: Hier im Team sagen wir du.

Léa Auch zu dir? Du bist der Chef.

Marc Auch zu mir. Aber zu den Kunden immer vous.

Léa Und woher weiß ich, wann ich tu sagen darf?

Camille Die Regel: Warte, bis der andere es anbietet. On se tutoie? Sagen wir du?

Paul Und bei älteren Leuten wartet man ein bisschen länger.

Léa In Deutschland ist es genauso. Sie und du.

Erzähler Camille holt ein Blech mit Croissants aus dem Ofen.

Léa Camille, ist das ein Vorname für Männer oder für Frauen?

Camille Für beide. Camille, Dominique, Claude. Das verwirrt alle Ausländer.

Paul Und die Doppelnamen. Jean-Pierre, Marie-Claire, Jean-Baptiste.

Léa Darf man hier sein Kind nennen, wie man will?

Marc Heute fast. Aber bis neunzehnhundertdreiundneunzig gab es ein Gesetz.

Léa Ein Gesetz für Vornamen?

Marc Aus der Zeit Napoleons. Man durfte nur Namen aus dem Heiligenkalender oder aus der Geschichte nehmen.

Paul Und heute kann ein Richter einen Namen nur noch ablehnen, wenn er dem Kind schadet.

Léa Zum Beispiel?

Paul Ein Paar wollte sein Kind Nutella nennen. Der Richter hat nein gesagt.

Léa Nutella? Wirklich?

Paul Wirklich. Die Kleine heißt jetzt Ella.

Erzähler Alle lachen.

Léa Und Léa? Ist das hier ein häufiger Vorname?

Camille Sehr häufig. In meiner Schulklasse gab es drei Léas.

Léa Und wie hat man sie unterschieden?

Camille Mit dem Anfangsbuchstaben des Nachnamens. Léa M., Léa D., Léa B.

Léa Dann bin ich hier Léa B.

Marc Hier bist du einfach Léa. Es gibt nur eine.

Erzähler Die erste Kundin kommt herein.

Léa Guten Tag, Madame!

Kundin Guten Tag! Ah, Sie sind neu hier? Wie heißen Sie?

Léa Ich heiße Léa. Und Sie?

Kundin Madame Lefèvre. Ich komme seit dreißig Jahren jeden Morgen hierher.

Léa Dann bis morgen, Madame Lefèvre.

Kundin Bis morgen, Léa.

Camille Siehst du? Sie nennt dich Léa, und du sagst Madame. So ist es richtig.

Erzähler Ende von Kapitel zwei.

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