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Kapitel 1

Il primo caffè

Der erste Kaffee

Giulias erster Morgen hinter der Theke des Piccolo Forno. Sie lernt die Reihenfolge, die jeder Römer kennt: zuerst an der Kasse zahlen, dann mit dem Kassenbon an den Tresen. Ein Tourist bestellt einen „Latte“ und bekommt ein Glas Milch, ein Bauarbeiter will seinen Kaffee mit Grappa, und um halb zwölf bestellt jemand einen Cappuccino — ein kleiner Skandal. Achte auf die Wörter an der Theke und auf die Reihenfolge.

Erzähler In diesem Kapitel lernt Giulia, wie man in einer italienischen Bar Kaffee trinkt.

Erzähler Achten Sie auf die Wörter an der Theke und auf die Reihenfolge.

Erzähler Sechs Uhr morgens. Die Kaffeemaschine zischt. Vor dem Tresen stehen schon drei Männer in Arbeitskleidung.

Sara Giulia, heute stehst du an der Kasse. Das ist der wichtigste Platz.

Giulia An der Kasse? Ich dachte, man zahlt am Ende.

Sara Nicht in Rom. Zuerst geht man zur Kasse, sagt, was man will, und zahlt. Dann bekommt man den Bon. Das scontrino.

Giulia Und dann?

Sara Dann legt man den Bon auf den Tresen und sagt es noch einmal. Der Barista sieht den Bon und macht den Kaffee.

Erzähler Ein Mann mit Helm kommt an die Kasse.

Arbeiter Guten Morgen! Einen Kaffee und ein Cornetto.

Giulia Guten Morgen. Ein Euro zwanzig für den Kaffee, ein Euro dreißig für das Cornetto. Zwei Euro fünfzig.

Arbeiter Bitte schön. Sie sind neu, oder?

Giulia Ja, heute ist mein erster Tag.

Arbeiter Dann viel Glück. Und merken Sie sich: Mein Kaffee ist corretto. Mit einem Schuss Grappa.

Giulia Um sechs Uhr morgens?

Arbeiter Um sechs Uhr morgens ist es auf der Baustelle kalt, Signorina.

Erzähler Sara lacht und stellt eine kleine Tasse auf den Tresen. Daneben ein Glas Wasser.

Giulia Warum ein Glas Wasser? Er hat kein Wasser bestellt.

Sara Das Wasser gibt es in vielen Bars dazu. Manche trinken es vorher, um den Mund frei zu machen. Dann schmeckt man den Kaffee besser.

Giulia Und un caffè ist immer ein Espresso?

Sara Immer. Niemand sagt espresso. Man sagt un caffè. Und er ist klein, stark, und man trinkt ihn in zwei Schlucken. Im Stehen.

Giulia Im Stehen?

Sara Am Tresen ist er billiger. Wenn du dich an einen Tisch setzt, kostet derselbe Kaffee mehr. Der Kellner bringt ihn, und du bezahlst den Stuhl.

Erzähler Um acht Uhr kommt eine Familie mit Rucksäcken herein. Der Vater geht an die Kasse.

Tourist Hello! Zwei Latte, bitte. Und zwei Cappuccino.

Giulia Zwei latte? Möchten Sie zwei Gläser Milch?

Tourist Milch? Nein, Kaffee mit Milch! Latte!

Sara Auf Italienisch ist latte nur die Milch. Kaffee mit viel Milch ist ein caffè latte. Oder ein latte macchiato.

Tourist Ah! Dann zwei caffè latte. Danke!

Giulia Und wie viel Milch kommt in einen macchiato?

Sara Ein caffè macchiato ist ein Espresso mit einem Fleck Milchschaum. Macchiato heißt gefleckt. Ein latte macchiato ist das Gegenteil: Milch mit einem Fleck Kaffee.

Giulia Ein Fleck Kaffee in der Milch, ein Fleck Milch im Kaffee. Das muss ich aufschreiben.

Erzähler Halb zwölf. Ein junger Mann in Anzug kommt an die Kasse.

Kunde Einen Cappuccino, bitte.

Erzähler Roberto, der Chef, schaut von der Maschine auf. Er sagt nichts. Aber er hebt eine Augenbraue.

Giulia Sara, warum schaut Roberto so?

Sara Weil es halb zwölf ist. Cappuccino trinkt man in Italien zum Frühstück. Mit einem Cornetto. Nach elf Uhr und vor allem nach dem Essen, nie.

Giulia Warum nicht?

Roberto Weil so viel Milch den Magen schwer macht. Nach dem Mittagessen trinkt man einen caffè. Klein und schwarz. Das hilft beim Verdauen.

Kunde Ich weiß, ich weiß. Ich bin aus Mailand. Wir sind schlimmer als die Touristen.

Roberto Für dieses eine Mal mache ich ihn. Aber sagen Sie es niemandem.

Erzähler Am Mittag setzt sich Giulia zum ersten Mal hin. Roberto stellt eine kleine Tasse vor sie.

Roberto Dein erster caffè im Piccolo Forno. Wie hast du dich geschlagen?

Giulia Zuerst zahlen, dann der Bon, dann der Tresen. Latte ist Milch. Cappuccino nur am Morgen. Und der Grappa ist für die Kälte.

Roberto Perfekt. In einer Woche bist du schneller als ich.

Giulia In einer Woche weiß ich vielleicht, wie die Maschine funktioniert.

Roberto Die Maschine ist einfach. Die Menschen sind schwierig. Und die hast du heute schon verstanden.

Erzähler Ende von Kapitel eins.

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